Rechenstörung erkennen und erfolgreich behandeln

 Rechenstörung Bild

Katrin geht in die 3. Klasse der Grundschule. Sie ist ein ganz normales Mädchen und bereitet ihren Eltern viel Freude. In vielen Bereichen ist sie begabt. Nur in einem Bereich hat sie große Schwierigkeiten – und das ist im Rechnen. Zu Beginn der zweiten Klasse fällt auf, daß Katrin die notwendigen Rechenoperationen nur unzureichend beherrscht, und ihre Finger – zum Teil versteckt – benutzt. Im Kopfrechnen tut sie sich sehr schwer, sie macht viele Rechenfehler und benötigt für Lösungen mehr Zeit als ihre Mitschüler. Trotz intensiven Übens wird Katrin im Rechnen nicht besser. Ein demotivierender Teufelskreis beginnt. Es kommt zu häuslichen Spannungen. Katrin vergleicht sich mit ihren Mitschülern und erlebt sich als sehr dumm. Das belastet sie und ihre Eltern zunehmend.
Rechenschwäche

Möglicherweise hat Katrin eine Rechenstörung. Rechenstörungen kommen häufig vor. Man kann aber etwas dagegen tun. Wird die Rechenstörung jedoch nicht rechtzeitig erkannt, wird das Katrin in ihrer schulischen und später in ihrer beruflichen Entwicklung immer wieder zurückwerfen.

Auf dieser Seite werden wichtige Fragestellungen zum Thema Rechenstörung behandelt. Wenn Sie Fragen zum Thema Rechenstörung haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Helfen auch Sie Ihrem Kind, indem Sie Kontakt zu mir aufnehmen:

 

Lernkreis Regenbogen
Dipl.-Psych Jana Brandl
Tulpenstrasse 18
93309 Kelheim
Tel. : +49 9441 - 59 98
Mobil: +49 179 - 79 49 36 7
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Lernkreis  

Ich biete Ihnen:

  • einen qualifizierten Test zur Prüfung, ob eine Rechenstörung vorliegt
  • eine persönliche Beratung
  • eine individuelle Therapie unter Einbeziehung der mathematischen Schwerpunkte und somit eine gezielte Förderung Ihres Kindes
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    Das bedeutet für Sie:

  • Überwindung der fachlichen Probleme in der Mathematik, so daß Ihr Kind wieder Anschluß an den Unterrichtsstoff findet
  • Stärkung des Selbstvertrauen Ihres Kindes, so daß es wieder Anerkennung in der Schule findet
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    Fazit:
    Die Stärken und eigentlichen Fähigkeiten ihres Kindes werden sein Leben lang Früchte tragen können.

     
     

    Was ist eine Rechenstörung?


    In der Öffentlichkeit, Schule und Forschung nimmt die Aktualität an Rechenstörungen zu. Dennoch gibt es bislang keine einheitliche Definition. So findet man bei Literaturrecherchen eine verwirrende Anzahl von Begriffen, die gravierende Rechenschwierigkeiten umschreiben. Im internationalen Krankheitsklassifikationsschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO/ICD 10) werden Rechenstörungen den umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (F81) zugeordnet. Eine Rechenstörung wird dann diagnostiziert, wenn die Rechenleistung des Kindes eindeutig unterhalb des Niveaus liegt, welches aufgrund seines Alters, seiner allgemeinen Intelligenz und seiner Schulklasse zu erwarten ist.
    Die geforderte Diskrepanz der Rechenleistung zur Intelligenzleistung des Kindes wird seit einiger Zeit vielfach diskutiert. Studien zeigen, daß der Einfluß der Intelligenz auf die mathematischen Leistungen in höheren Klassenstufen abnimmt. Bedeutsam für die Mathematikleistung in höheren Klassenstufen ist das mathematische Vorwissen.

    Eine Rechenstörung beinhaltet eine gravierende Beeinträchtigung grundlegender Rechenfertigkeiten und entsteht in den allermeisten Fällen in der Grundschule beim Erlernen der Grundrechenarten.

     

    Wie häufig kommen Rechenstörungen vor?


    PISA- und IGLU-Studie deuten darauf hin, daß in Deutschland etwa jedes 5. Schulkind am Ende der Grundschulzeit besorgniserregende Schwächen in Mathematik hat. Bei 15-Jährigen trifft das sogar auf jedes 4. Schulkind zu. Nach Jacobs und Petermann (2007) kann eine Häufigkeit zwischen 5% und 7% als sicher gelten (Jacobs und Petermann, 2007, S. 8). Demnach kommen Rechenstörungen genauso häufig vor wie die Leserechtschreibschwäche. Geht man von einer Häufigkeit von fünf Prozent aus, dann müßte in jeder Schulklasse mindestens ein Kind sitzen, welches von einer Rechenstörung betroffen ist. Bei ca. 15 von 100 Kindern geht man von einer förderungsbedürftigen Rechenschwäche aus. Sowohl Jungen als auch Mädchen können von einer Rechenstörung betroffen sein. Auf drei betroffene Mädchen kommen zwei betroffene Jungen.

    Das Auftreten einer Rechenstörung entspricht etwa dem der Lese-Rechtschreibstörung und ist ein weit verbreitetes Phänomen.

     

    Welche Auswirkungen hat eine Rechenstörung?


    „Der Umgang mit Zahlen ist in unserem Alltag allgegenwärtig und bildet heute eine wesentliche Grundlage zur Lebensbewältigung."(von Aster, Schweiter und Weinhold Zulauf, 2007, S. 85).
    Kinder mit Rechenstörung weisen in der Regel auch eine mangelnde Fähigkeit im Umgang mit Geld und Zeit sowie beim Lesen von Fahrplänen auf. Somit hat eine Rechenstörung Auswirkungen auf die Alltagsbewältigung.
    Kinder mit Rechenstörungen werden vor allem aber durch die Anforderungen des Mathematikunterrichtes in der Schule auffällig. Die Mathematikleistung sinkt stetig. Trotz intensiven Übens bleibt der Leistungserfolg aus. Ein demotivierender Teufelskreis beginnt. Die schulischen Mißerfolge häufen sich mit negativen Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl.
    Eine Rechenstörung kann zu einer dramatischen Entwicklung psychischer Störungen führen. Studien zeigen, daß Kinder mit Lernstörungen signifikant häufiger diagnostizierte psychopathologische Erkrankungen aufweisen als Gleichaltrige ohne Lernstörungen (30–50 % versus 8–18 %; Kaufmann und von Aster, 2012). Der Leidensdruck der betroffenen Kinder und Eltern ist hoch.
    Rechenstörungen haben Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung des Kindes und sind deshalb von Anfang an sehr ernst zu nehmen. Kindern und Jugendlichen mit einer Rechenstörung bleibt trotz entsprechender Begabungen in anderen Bereichen oft eine adäquate Schul- und Berufslaufbahn verschlossen.

    Die Auswirkungen einer Rechenstörung sind vielfältig und immens: schlechte Schulnoten, Zunahme häuslicher Spannungen, Entwicklung psychischer Störungen (z.B. Schulangst, Depression, geringes Selbstwertgefühl, körperliche Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten) bis hin zur inadäquaten Schul- und Berufslaufbahn. Eine Rechenstörung ist ein sehr ernstzunehmendes Problem.

     

    Welche Anzeichen gibt es für eine Rechenstörung?


    Leider äußert sich ein Anfangsverdacht auf das Vorliegen einer Rechenstörung frühestens Ende der zweiten bis Mitte der vierten Klasse – angezeigt durch eine immer schnellere Entwicklung der Mathematiknote nach unten. Eine gezielte Früherkennung von Rechenstörung ist jedoch möglich.

    Nachfolgend sind einige charakteristische Kennzeichen für Kinder mit Rechenstörungen aufgeführt.
  • Zählendes Rechnen
  • Fehler um Eins
  • ungeschicktes Zerlegen
  • Schwierigkeit beim Rückwärtszählen
  • keine Analogiebildung
  • Gleichsetzung der Stellenwerte
  • Lauttreue Schreibweise
  • Zahlendreher
  • Anwenden mechanischen Rechnens ohne Verständnis
  • Probleme mit der Rechenrichtung bei Subtraktionsaufgaben
  • Unverständnis bei Textaufgaben

  • Darüber hinaus können folgende Anzeichen auf eine Rechenstörung hinweisen:
  • Schulische Mißerfolge trotz intensiven Übens
  • Zunehmende häusliche Konflikte und Spannungen bei Hausaufgaben
  • Vermeiden von Rechenspielen
  • Zunehmende Angst vor dem Rechnen
  • Keine Verbesserung der schulischen Leistungen trotz Nachhilfeunterricht
  • Zunehmender Leidensdruck des Kindes und der Familie
  • Verhaltensänderung des Kindes
  • Es gibt vielfältige und zahlreiche Fehlertypen und Rechenstrategien, die auf eine Rechenstörung hinweisen. Auffällig ist, daß Kinder mit einer Rechenstörung gravierende Schwierigkeiten im Rechnen haben und trotz intensiven Übens der schulische Erfolg ausbleibt. Der Leidensdruck des Kindes und der Familie nimmt enorm zu.

     

    Was tun, wenn Verdacht auf Rechenstörung besteht?


    Wenn ein Kind gravierende Schwierigkeiten im Rechnen hat, braucht es dringend Unterstützung. Ohne Förderung bleibt eine Rechenstörung bestehen. Deshalb ist es wichtig, fachliche Kompetenz aufzusuchen.
    Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Rechenstörung ist zuallererst ein Gespräch zwischen den Eltern und der zuständigen Lehrkraft zu empfehlen. Darüber hinaus können der zuständige Schulpsychologe und/oder eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis mit Hilfe eines standardisierten Rechentestverfahrens prüfen, ob eine Rechenstörung vorliegt. Sollten Sie eine Untersuchung bei einem Kinder-und Jugendpsychiater in Erwägung ziehen, ist zu beachten, daß hier eine umfassende diagnostische Untersuchung erfolgt, die neben einem Rechentestverfahren auch weitere Tests umfaßt.
    Bei Vorliegen einer Rechenstörung gibt es die Möglichkeit einer Finanzierung der Therapie durch das Kreisjugendamt. Für eine Bewilligung der Eingliederungshilfe nach § 35 a Abs. 2 Nr. 1 SGB VIII durch das Kreisjugendamt ist ein kinder-und jugendpsychiatrisches Gutachten Voraussetzung.
    Inzwischen gibt es zahlreiche standardisierte Rechentestverfahren. Sie sind ein geeignetes Mittel zur Überprüfung der mathematischen Kompetenzen sowie zur Ermittlung der Mathematikleistung. Die eigentlichen Ursachen, warum das Kind schlecht rechnet, werden jedoch hierüber nicht erfaßt. Eine qualitative Fehleranalyse und qualitative Beurteilung der Rechentechniken und des Rechenverständnisses ist indessen die Basis für eine gezielte Förderung des Kindes mit einer Rechenstörung.

    Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Rechenstörung sollte unbedingt eine fachliche Kompetenz aufgesucht werden. Kinder- und jugendpsychiatrische Praxen führen umfangreiche diagnostische Untersuchungen durch. Diese Untersuchungen sind sehr zeitintensiv. Es gibt die Möglichkeit einer Finanzierung der Therapie durch das Kreisjugendamt nach § 35 a Abs. 2 Nr. 1 SGB VIII. Hierfür ist ein Gutachten einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis Voraussetzung.

     

    Können Kinder mit Rechenstörung das Rechnen lernen?


    Aufgrund meiner langjährigen Arbeit als Therapeutin für Kinder und Jugendliche mit Rechenstörungen sowie meiner wissenschaftlichen Arbeit kann ich diese Frage mit einem klaren JA beantworten. Kinder mit einer Rechenstörung können das Rechnen lernen. Voraussetzung hierfür ist indessen eine gezielte Förderung. Durch eine individuelle Therapie unter Einbeziehung der mathematischen Schwerpunkte gelingt es schrittweise, daß das Kind wieder Anschluß an dem Unterrichtsstoff der Mathematik findet.
    Im Unterschied zum Nachhilfeunterricht setzt eine gute Therapie dort an, wo die Schwierigkeiten im Rechnen beginnen. Ziel ist es, daß das Kind wieder Anschluß am Mathematikunterricht findet. Darüber hinaus werden das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen des Kindes gestärkt.

    Kinder und Jugendliche mit Rechenstörung können mit Hilfe einer Therapie das Rechnen lernen. Somit haben sie die Chance auf eine gute Schul- und Berufslaufbahn. Diese Chance erhalten die Kinder und Jugendlichen indessen nur, wenn sie gezielt unterstützt und gefördert werden.

     

    Zusammenfassung


    Eine Rechenstörung beinhaltet eine gravierende Beeinträchtigung grundlegender Rechenfertigkeiten und entsteht in den allermeisten Fällen in der Grundschule beim Erlernen der Grundrechenarten. Aktuelle Untersuchungen belegen, daß Rechenstörung ein zunehmendes Problem ist und an gesellschaftliche Bedeutung gewinnt. Eine Rechenstörung hat Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung des Kindes. Damit ist das Problem Rechenstörung sehr ernst zu nehmen.
    Die Auswirkungen einer Rechenstörung sind vielfältig und immens: schlechte Schulnoten, Entwicklung psychischer Störungen (Angst, Depression, geringes Selbstwertgefühl und Verhaltensauffälligkeiten), Zunahme häuslicher Spannung bis hin zur inadäquaten Schullaufbahn, Arbeitslosigkeit und Straffälligkeit.
    Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Rechenstörung sollte unbedingt eine fachliche Kompetenz aufgesucht werden. Kinder- und jugendpsychiatrische Praxen führen umfangreiche diagnostische Untersuchungen durch. Diese Untersuchungen sind sehr zeitintensiv. Es gibt die Möglichkeit einer Finanzierung der Therapie durch das Kreisjugendamt nach § 35 a Abs. 2 Nr. 1 SGB VIII. Hierfür ist ein Gutachten einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis Voraussetzung.
    Eine gezielte Erkennung von Rechenstörung ist möglich. Mit geeigneten Tests sind die vielfältigen, zahlreichen individuellen Fehlertypen und Rechenstrategien rechenschwacher Kinder feststellbar.
    Rechenstörung ist therapierbar. Durch individuelle Therapie unter Einbeziehung der mathematischen Schwerpunkte besteht die Chance, daß das Kind systematisch wieder Anschluß an den Unterrichtsstoff findet.

     

    Literaturverzeichnis


  • Dilling, H., Mombour, W. und Schmidt, M.H. (2011). Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien, 8. überarbeitete Auflage, Verlag Hans-Huber.

  • Jacobs, C. & Petermann, F. (2007): Rechenstörungen. Hogrefe Verlag. Göttingen

  • Kaufmann, L. und von Aster, M. (2012). Diagnostik und Intervention bei Rechenstörung. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 109, Heft 45, 9.

  • von Aster, M./Schweitzer, M./Weinhold Zulauf, M. (2007). Rechenstörungen bei Kindern. Vorläufer, Prävalenz und psychische Symptome. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 39 (2), S. 85-96

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    Zu meiner Person


    Akademische Ausbildung

    1988 bis 1991 Studium der Grundschulpädagogik und -didaktik
    1993 bis 2000 Studium der Psychologie
    2007 spezielle Weiterbildung und Qualifikation zur Dyskalkulietherapeutin
    seit 2011 Dissertation an der Universität Regensburg

    Berufliche Erfahrungen

    Mitarbeiterin am Institut für Therapieforschung und am Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung sowie Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie und psychologische Beraterin im wirtschaftlichen Unternehmen in München, seit 2007 selbständige Therapeutin für Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen.

    Text Rechenstörung